Paprika 2015 – Die Hoffnung stirbt zuletzt

Paprika gehört in unserer Küche übers Jahr zu den am meisten verwendeteten Gemüsesorten. Ob roh oder in warmen Gerichten, Paprika ist fast überall mit drin. Es ist also naheliegend dass wir Interesse daran haben dieses Gemüse auch in unserem Garten in ausreichender Menge ernten zu können. So versuchen wir seit einigen Jahren, Paprika mit einem halbwegs brauchbaren Ertrag anzubauen. Leider bisher mit sehr schlechten Ergebnissen.

Zunächst versuchte ich den Anbau mit Freilandsorten in Mischkultur im normalen Beet. Diese Methode lieferte keine einzige brauchbare Frucht. Die Pflanzen blieben klein, sie blühten zwar vereinzelt aber es war ein jämmerliches Bild.

Es mag sein, dass ich dort auch einige Fehler bei der Sortenwahl, beim Standort oder beim Aussaatzeitpunkt (zu spät) gemacht habe, ich weiß es nicht. Um diese Fehler etwas eingrenzen zu können, habe ich die „Anunterschiedlichenstandortentestmethode“ angewandt.

Also habe ich in diesem Jahr jeweils einige Pflanzen ins Hochbeet, auf die Südterrasse im Kübel und eine Pflanze ins Folienzelt zu den Schlangengurken gestellt. Ich verwendete die Sorte ‚Bontempi‘ F1 (die mir nächstes Jahr aber nicht mehr ins Haus kommt weil F1 Hybride und von Monsanto-Kiepenkerl). Ich hatte die Samen aber noch da liegen und sie mussten einfach weg.

Bis jetzt macht die einzelne Pflanze im Gurkenzelt den besten Eindruck:

  • kompakter Wuchs
  • bisher 5 große Früchte, noch grün
  • weitere Blüten und Fruchtansätze sind zu sehen 
Paprika im Gurkenzelt -   Schön kompakt gewachsen
Paprika im Gurkenzelt – Schön kompakt gewachsen

 

guter Fruchtansatz
guter Fruchtansatz

 
Die Pflanzen im Hochbeet muckern vor sich hin.

Paprika im Hochbeet
Im Hochbeet gefällt es dem Paprika wohl auch nicht besonders.

 Die Pflanzen auf der Südterrasse stehen ganz gut da, blühen auch seit Juni aber ich sehe bisher nur sehr kleine Fruchtansätze. 

Paprika auf der Terrasse
Im Kübel könnte es noch was werden.

 
Ich dünge alle Paprika ein Mal in der Woche mit Pflanzenjauche im Verhältnis 1:10. 

Meine ganze Hoffnung (aber nur bezüglich Paprika 😉 ) liegt auf der Pflanze im Zelt und auch die Drei auf der Terrasse habe ich noch nicht ganz aufgegeben. Wobei diese nun langsam die Früchte aufpusten müssten wenn die noch reifen sollen…

Da sich der Anbau unter Folie bewährt, werde ich die Schlangengurken im nächsten Jahr zu Gunsten des Paprika reduzieren. Statt dessen werde ich Salatgurken im Freiland anbauen.

Fazit: Je wärmer desto besser! Das gilt für Paprika wie für andere Pflanzen die ihren Ursprung in südlichen Gefilden haben. Darum würde ich für ordentliche Erträge nur noch den Anbau unter Glas oder Folie empfehlen. Ich werde aber nicht aufhören mit Paprika im Freiland zu experimentieren denn viele Gärtner haben mit dafür gezüchteten Sorten gute Erfahrungen gemacht.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Paprikas? Welche Sorten könnt Ihr empfehlen?

6 Kommentare

  1. Hallo Alexander, Paprika ist wirklich nicht so einfach anzubauen. Wichtig sind nach meiner Erfahrung besonders drei Dinge:

    1. Zeitig anfangen! Die Pflanzen sollten schon Anfang März vorgezogen werden.
      Viel Wärme. Am besten im Gewächshaus oder unter Folie anbauen. Ein warmer, geschützter Platz an einer Südwand kann auch Erfolg bringen.
      Gut versorgen! Paprika sollten regelmäßig mäßige Düngergaben erhalten. Verdünnte Pflanzenjauchen 1x pro Woche sind gut geeignet.
  2. Ich wünsche Dir viel Erfolg für die nächste Saison! 🙂 Halt uns bitte über Erfolg oder Misserfolg auf dem Laufenden! Tipps für die Anzucht von Paprika und Tomaten unter Kunstlicht (LED) kommen bald hier im Blog. Auch ein zusammenfassender Beitrag über Paprika ist geplant.
    Herzliche Grüße sendet Dir Mischa

  3. Hallo Mischa,

    ich habe es bisher nur einmal versucht Paprika anzubauen, leider ohne Erfolg. Dieses Jahr startet der zweite Versuch, ich bin gespannt was daraus wird. Standort vollsonnig mit gut gedüngtem Boden. Chilis sind kein Problem, Paprika irgendwie schon 🙂

    LG
    Marco

    1. Ich empfehle rückblickend nur noch den Anbau in einem Folienzelt oder GwH. Alles andere ist zu riskant wenn man etwas ernten möchte. 🙂

      Chili habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal gezogen. Habe verschiedene Samen geschenkt bekommen und versuche mein Glück. 😉

  4. Hallo Mischa, großartige Seite – du bist gerade in meinem Feed Reader gelandet. Ich finde, du hast eine gesunde Einstellung zu Natur und Garten, ohne dabei dogmatisch oder belehrend zu klingen. Liest sich sehr schön. Inhaltlich können wir noch viel von dir lernen, wir haben nämlich gerade erst einen Bauernhof gekauft und stehen dann ab September mehr oder minder ahnungslos vor einer ziemlich großen Fläche, die wir urbar machen können (oder eben auch nicht). Spannend wird’s in jedem Fall.

    Viele Grüße und weiter so!
    Marie

    1. Hallo Marie, vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Es freut mich sehr dass es Menschen gibt die meine Beiträge lesen und mit mir ihre Gedanken darüber teilen. Ein eigener kleiner Bauernhof ist ein Traum den ich auch immer irgendwo im Hinterkopf habe. Wahrscheinlich ein unerfüllbarer Traum denn dazu sind wir hier zu sehr verwurzelt. Aber wer weiß was das Leben bringt? Ich wünsche Euch jedenfalls einen guten Start und würde mich freuen wenn Ihr Eure Erfahrungen teilt. Wie wäre es denn mit einem Gastbeitrag hier auf meiner Seite zum Thema „Der Traum vom eigenen Bauernhof“? Es gibt bestimmt viele Menschen die sich mit diesem Gedanken tragen und denen man vielleicht mit Erfahrung und Insiderwissen helfen kann ihren Traum lebendig werden zu lassen. Herzliche Grüße, Mischa

  5. Hallo Mischa,

    vielen, vielen Dank für deine netten Antworten hier und auf unserem Blog. Es ist schön zu wissen dass es Menschen gibt, die unseren Ansatz vom „Lebenswerk“ verstehen und nicht nur Unmengen an Arbeit und Pflichten sehen (auch wenn ich natürlich nicht leugnen will, dass es sie gibt). Dass ihr fest -verwurzelt seid finde ich einfach nur beneidenswert. Bei uns war es genau anders herum; nach 8 Jahren in Norwegen haben wir den Hof gekauft, eben WEIL wir gerne zurück wollten. Unser kleiner Sohn soll seine Familie kennenlernen dürfen.

    Einen Gastbeitrag würde ich liebend gern schreiben, muss mir nur mal Gedanken darüber machen, was ich da konkret teilen könnte. Große Gartenerfahrungen haben wir noch nicht, trotzdem soll es für deine Leser ja ein bisschen interessant sein.

    Apropos Gartenerfahrung: falls du noch Tipps bezüglich guter, alter Obst- und Gemüsesorten hast, würde ich mich riesig freuen. Ich habe auch deinen Beitrag zur Felsenbirne gelesen und wäre seehr neugierig mehr über deine Wildpflanzenhecke zu erfahren…

    Viele Grüße (noch) aus’m Norden!
    Marie

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