Schädel einer Wildsau

Wiese urbar machen – (k)ein Knochenjob

Foto von der Wiese, auf der Garten entstehen soll.
Da soll er hin, der neue Gemüsegarten…

Leider war der Herbst wieder viel zu kurz, dann hatte ich keine geeigneten Materialien, die beruflichen Projekte überschlugen sich und so könnte ich meine Liste von Ausreden noch weiterführen, warum die geplanten neuen Beete heute noch nicht pflanzbereit sind. Das Gartenjahr im Freiland steht in den Startblöcken und auf der geplanten Anbaufläche ist noch die bisherige Grasnarbe vorhanden. Mit allem was zu einer wilden Wiese so gehört…

Das Drama daran: Mein Vater hat vor vielen Jahren die gleiche Arbeit mit der Hand und dem Spaten schon mal gemacht! Er zuckt heute noch zusammen wenn ich von meinem Vorhaben erzähle! 😉 Irgendwann vor Jahrzehnten wurde der Garten aufgegeben und die Wiese hat alles zurück erobert.

Jedenfalls muss nun eine schnelle Lösung her um die Wiese urbar zu bekommen! Ich habe mir für meinen Agria-Einachser (8PS) einen Wendepflug besorgt, und die Fräsmesser für die Anbaufräse an der gleichen Maschine sind geschärft. Die Wiese wurde von den Schafen im Winter schön kurz geknabbert, ich erspare mir das Mähen mit der Maschine.

Was ich nun vor habe:

  1. die Grasnarbe wird oberflächlich mit der Bodenfräse bearbeitet (ca. 5 cm tief)
  2. die gelockerte Schicht wird herunter genommen und zur Seite gefahren
  3. die Fläche wird mit dem Einachser und dem Pflug umgepflügt
  4. die Schollen werden mit Zinkenegge und Fräse zerkleinert
  5. es wird flächig Rotklee eingesät
Bild von der Bodenvegetation
Wie Gemüsegarten sieht DAS nicht aus…

Mein Plan ist folgender: Bevor die Wiesenkräuter und Gräser gemerkt haben, was ihnen geschehen ist, ist der Klee soweit aufgelaufen, dass er den Boden stark beschattet. Dadurch werden die Beikräuter von der alten Wiese kontrollierbarer. Danach wird regelmäßig auf den nicht bestellten Beetflächen (ich werde noch nicht alles gleich auslasten können) mit dem Wiesenmäher gemäht und der Grünschnitt verbleibt als Mulch auf der Oberfläche. Zusätzlich wird mit der abgefrästen Grasnarbe gemulcht, die dann hoffentlich schon etwas an Kraft verloren hat, so dass sie nicht mehr anwächst (kann man ja vorher „an unauffälliger Stelle“ testen). Sollte der Aufwuchs doch zu stark werden, würde ich zusätzlich noch weiteres Mulchmaterial zur Not und vorübergehend auch Mulchvlies aufbringen.

Soweit zur Theorie. Wie die Praxis ausschaut, darüber lest Ihr hier bald mehr. Über Tipps und Kniffe die auf Eurer Erfahrung beruhen, würde ich mich freuen!

2 Kommentare

  1. Hallo Mischa,
    Dein entscheidendes Argument ist „…schnelle Lösung“ anderenfalls würde ich energiesparend auf Zeit spielen und mit Abdeckung über den Winter dem Bewuchs den Rest geben.
    Mit Heu so: http://garten.winkelmann-web.de/?p=3373
    mit Laub so: http://garten.winkelmann-web.de/?p=2564
    dann auch nur noch grubbern und nicht pflügen. Kommt aber letztlich auf die Grundstruktur des Bodens an (Lehm…) ob das Pflügen einmalig zu vertreten ist.

    Was mich an der Fräse gruselt ist die Effektivität in Sachen Wurmkiller…

    1. Hallo Henry, ja, mir gruselt es eigentlich auch vor der Fräse. Wenn ich es vermeiden kann, werde ich wohl versuchen mit der Egge nach dem Pflug (vor dem mir es auch gruselt) auszukommen. Der Klee und der Mulch werden wohl den Boden hoffentlich lockern.

      Ich rechne in diesem Jahr sowieso noch nicht mit riesigen Erträgen. Es ist ein Versuch damit ich nicht ein ganzes Jahr verliere.

      Zukünftig wird alles dann mit einer schönen Schicht Mulch bedeckt, der im angrenzenden Grundstück anfällt (Heu und Laub). Der Pflug wird eingemottet, die Fräse auch. Auf den Wegen und um die Beete herum werde ich mit Rotklee und Weißklee experimentieren.

      Überhaupt muss die gesamte Infrastruktur inkl. Wasseranschluss neu angelegt werden.

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